Dokumentation Stommelner Windmühle fertiggestellt

Untestützung bekamen die Autoren vom Eigentümer der Mühle, Dr. Elisabeth Zenses und Dr. Ralf Kreiner. Ein herzliches Dankeschön dafür.

Interessant ist, dass schon 1860 die Gemeinde Stommeln für ihre Mühle eine formelle Ausschreibung zum Bau der Mühle vorgenommen hatte. Insgesamt reichten für den Bau 1860 folgende Mühlenbauer aus der Region ihre Angebote ein:

• Jacob Höhmann, Maurermeister, Frechen
• Gebrüder Sieberg, Mühlenbauer, Cöln
• Ludwig Reuter, Mühlenbauer, Thorr
• H. Detmer, Maurermeister, Worringen
• Carl Gottlieb Strieda, Mühlsteinbruchbesitzer, Coblenz
• J. Stüßgen, Schlossermeister, Stommeln,
Der Bauvertrag wurde dann am 14.09.1860 mit dem Mühlenbauer Ludwig Reuter aus Thorr abgeschlossen.

Die Mühle ist nicht nur wegen ihrer Ventikantenflügel ein interessantes Ojekt, sondern auch wegen eines kleinen Kollergangsteins, der in der Einfahrt steht. Längere Zeit dauerte die Zuordung und Rekonstruktion dazu. Nach intensiven Aktenstudium kann festgehalten werden, dass der Stein wohl Teil eines Gerstenschälgangs gewesen ist. Die Bauakten sprechen stets von einer „Gerstenmühle“, „Graupen-Schälmühle“ oder einem „Gerstenschälgang“.
In der Tat sind bei einer Vielzahl von Mühlen in der Umgebung Gerstenschälgänge nachweisbar. Offensichtlich war die Verwendung von kleinen Kollergängen zum Schälen von Gerste also eine regionale Eigenart. Ansonsten ist die Verwendung solcher Kollergänge für diesen Zweck nur vereinzelt bekannt, wie beispielsweise in Osttirol. Vielleicht hilft diese Erkenntnis auch der benachbarten Brauweiler Windmühle. Bei deren Aufnahme 2007/2008 wurde auch ein Kollergangstein gefunden. Damal wurde vermutet, dass er  zu einem Ölgang gehörte.

Eine spannende Dokumentation liegt nun vor und kann für ein Schutzgebühr als Druck erworben werden. Interessenten melden sich bitte per Mail info(at)rmdz.de beim RMDZ.

Glück zu!

Die Redaktion, 14.02.2021