Rekonstruktion Schälmühle | Reuschenberger Mühlen

In den historischen Reuschenberger Mühlen wurden Hirse und Gerste mindestens bis in die 1860er-Jahre im Lohnsystem für Kunden verarbeitet. Ein Beleg hierfür sind die Monate Januar und Februar 1857, in denen insgesamt 233 Viertel Gerste zu frischen Graupen veredelt wurden.
 

Auf Grundlage der Inventarlisten von 1806 und 1816 konnte die Schälmühle für Gerste detailliert rekonstruiert werden. Im Folgenden finden Sie die Rekonstruktion der Graupenmühle:
 

 

Der Graupengang verfügte über eine mit gelochtem Blech ausgeschlagene Bütte, die im Inventarium als ‚Blech im mittleren Zustand‘ aufgeführt wurde. Erst durch die Reibung der Gerste an diesem speziellen Blechmantel konnte das Korn geschält werden.
Das Viertelchen diente als geeichter Messbecher für die Rohgerste. Zugleich fungierte es als Abrechnungsmaß in den Geschäftsbüchern, da auf dieser Basis der Schällohn für den Grafen von Fürstenberg, Eigentümer der Mühlen, berechnet wurde. 

Der Mahlkunde brachte seine Gerste zur Schälmühle; dort wurde sie abgemessen, in den Mahlgang geschüttet und verarbeitet. Nach dem Schälen wurde das Getreide mit der Foche (einem alten Begriff für die Windfege) gereinigt und in grobe Graupen sowie Perlgraupen getrennt.  


Anschließend  bezahlte der Kunde und kehrte mit seinem fertigen Erzeugnis nach Hause zurück.